Der Welt-CED-Tag 2018 – ein Event in der Schweiz

CED – das steht für chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder auch Colitis ulcerosa. Betroffene leiden sehr unter den Krankheiten und es hilft ihnen weiter, über sie mehr zu erfahren und sich mit anderen Menschen mit denselben Beschwerden auszutauschen. Das können sie in Verbänden, in der Schweiz vor allem in der schweizerischen Morbus Crohn/ Colitis ulcerosa Vereinigung (SMCCV), besonders gut. Die Vereinigung ist eine Initiative zu Selbsthilfe für Patienten und hilft ihnen auch, ihre Anliegen und Probleme der Öffentlichkeit zu erklären und somit für mehr Verständnis zu werben.

Das größte Darmmodell Europas ist begehbar …
… und mit vielen Informationen versehen.

Am 19. Mai war es dann soweit und ein großes Event im Landhaus Solothurn zog mehr als 1000 Besucher zum Welt-CED-Tag an. Zu recht, denn hier war nicht nur das größte Darmmodell Europas aufgebaut, sondern viele Infostände und beeindruckende Vorträge rahmten das Tagesprogramm gekonnt ein. Die Vorträge waren nicht nur informativ sondern auch so vielfältig wie die Referenten selbst. So referierte Prof. Dr. med. Stephan Vavricka zum Thema „Darmflora: Bedeutung und mögliche Therapien“ und PD Dr. med. Kaspar Truninger erklärte dem Publikum, das den Saal bis auf den letzten Platz ausfüllte, „Warum haben CED-Betroffene ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs? Welche präventiven Maßnahmen gibt es?“.

Volles Haus bei den Vorträgen am Nachmittag.

Diana Studerus ist Ernährungsberaterin und selbst CED-Betroffene und erklärte anschaulich, wie die Ernährung Leben und Krankheit beeinflusst. Der Wiener Psychologe Dr. Georg Fraberger, der selbst ohne Arme und Beine geboren wurde, motivierte die Anwesenden sehr, als er seinen beeindruckenden Vortrag „Lebensqualität durch Krankheit“ hielt. Auch die Musik kam nicht zu kurz, denn die Musikerin Susanne Augustin, die Gründerin des Vereins „chronisch cool“, untermalte den Anlass musikalisch und rührte gar einige Menschen im Publikum zu Tränen.

Stolz präsentiert Bruno Raffa seine Ehrenmitglieds-Urkunde.

In der vormittäglichen Mitgliederversammlung wurden viele Neuigkeiten präsentiert. Nach 22 Jahren wurde Bruno Raffa aus dem Vorstand der Vereinigung verabschiedet und zum Ehrenmitglied ernannt. Bruno Giardina wurde einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt und als selbiger vorgestellt.

Die vielen Besucher hatten einen schönen, informativen und unterhaltsamen Tag und werden diesen sicherlich gut in Erinnerung behalten. Die Patienten und ihre Angehörigen haben viel gelernt und konnten sich mit anderen Betroffenen offen über ihre Krankheit austauschen – denn wie sie an diesem Tag noch einmal feststellen konnten: sie sind nicht allein!